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Zertbitter e.V.

SEE IT - CHECK IT – STOP IT: Gewalt unter Mädchen und Frauen

Der Verein Zartbitter e.V. hat eine Kooperation mit der Pfadfinderinnenschaft St. Georg begonnen.

Zertbitter e.V.

Leverkusen, im August 2012 Der Verein Zartbitter e.V. als eine der ältesten Kontakt- und Informationsstellen gegen sexuellen Missbrauch in Deutschland hat eine Kooperation mit der Pfadfinderinnenschaft St. Georg begonnen. Im Rahmen des Projekts SEE IT- CHECK IT- STOP IT - sollen Grenzverletzungen unter Mädchen wahrgenommen und am Beispiel von Zeltlagern Möglichkeiten der Prävention erarbeitet werden. Gewalt unter Mädchen und jungen Frauen wurde und wird bisher im Rahmen der Aufdeckung von sexualisierter Gewalt in Institutionen und in der (jugend)politischen Debatte um das Kinderschutzgesetz weitgehend ausgeblendet.

Das innovative Projekt SEE IT‐CHECK IT – STOP IT hat das Ziel, typische Formen der Grenzverletzungen unter Mädchen und jungen Frauen zu benennen und Möglichkeiten der Prävention zu entwickeln. Dabei wird das UN-Kinderrecht auf Partizipation eingelöst: Gemeinsam mit weiblichen Kindern und Jugendlichen werden Regeln für einen grenzachtenden Umgang in Zeltlagern erarbeitet und Präventionsmaterialien entwickelt. Wichtiges und integrales Anliegen des Projektes ist es, die Mädchen und Frauen zu ermutigen, sich selbst für ihr Recht auf Schutz vor sexuellen, körperlichen und psychischen Grenzverletzungen einzusetzen sowie ihr Anliegen auch im politischen und öffentlichen Raum sowie in die Fachdebatte einzubringen.

Als Mädchen‐ und Frauenverband, der sich seit über 60 Jahren in der außerschulischen Jugendarbeit engagiert, bietet die PSG eine hervorragende Plattform im Rahmen ihrer Angebote mit den Mädchen und jungen Frauen ins Gespräch zu kommen. Dieses Vorgehen bedarf einer fachlichen Unterstützung; diese wird durch die Expertinnen von Zartbitter e.V. im Bereich der Beratungs‐ und Präventionsarbeit gegen Grenzverletzungen, Übergriffe und sexualisierte Gewalt in Institutionen gegeben.

Im Dialog mit Kindern und Jugendlichen sollen typische Situationen von Grenzüberschreitungen erarbeitet werden (Auf welche Art und Weise machen sich Mädchen gegenseitig fertig? Wie fühlen sich betroffene Mädchen? Welche Regeln können zu einem grenzachtenden Umgang beitragen?). Diese Szenen werden gemeinsam entwickelt und bewertet und die im Rahmen des Projektes entwickelten altersgerechten Arbeitsmaterialien in zukünftigen Zeltlagern der Pfadfinderinnenschaft genutzt.

Die neuen Erkenntnisse im Bereich Gewalt innerhalb von Mädchengruppen und die gemeinsam mit den Mädchen erarbeiteten Materialien werden in Kooperation mit Zartbitter e.V. ausgewertet und praxisgerecht aufbereitet. Ziel ist neben der fachlichen und politischen Debatte auch, die neu gewonnen Erkenntnisse und Materialien anderen Organisationen, die mit reinen Mädchengruppen arbeiten, zur Verfügung zu stellen (andere Verbände, offene Einrichtungen, Schulen, Mädchenwohnheime, Reisedienste, Reiterhöfe…).


PRESSEKONTAKT:

Andrea Farnschläder,
Geschäftsführung PSG
Unstrutstraße 10
51371 Leverkusen
Tel: 0214-40392- 0
Fax: 0214-40 392 – 22
afarnschlaeder@pfadfinderinnen.de

www.pfadfinderinnen.de

www.stiftung.pfadfinderinnen.de

 

Ursula Enders
Geschäftsführung Zartbitter e.V.
Sachsenring 2 - 4
50677 Köln
Telefon 0221 – 31 20 55
enders@zartbitter.de

www.zartbitter.de


Die Pfadfinderinnenschaft St. Georg ist ein Mädchenverband, in dem sich bundesweit rund 10.000 Mädchen und junge Frauen organisieren. Die PSG gehört dem Weltverband der Pfadfinderinnen WAGGGS (World Association of Girl Guides and Girl Scouts) an. 10 Millionen Pfadfinderinnen auf der ganzen Welt, die nach den gleichen Grundregeln leben, haben sich in diesem internationalen Verband zusammengeschlossen. WAGGGS tritt weltweit für die Interessen von Mädchen und Frauen ein. „Jeden Tag eine gute Tat“ ist das Bild, das viele sich von Pfadfinderinnen machen. Übersetzt bedeutet das für uns heute, mit geschärftem Bewusstsein durch die Welt zu gehen, den Fähigkeiten jeder Einzelnen Raum zu geben und verantwortlich mit uns und anderen umzugehen. Wir handeln in der Gesellschaft, in der wir leben, und möchten sie verändern und verbessern: Bei uns können Mädchen und Frauen ihre eigenen Fähigkeiten erkennen und ausbilden, ungeachtet der gesellschaftlich bestimmten Rollenfestschreibungen. In unseren Gruppen können Mädchen und Frauen mit und ohne Behinderung miteinander leben und voneinander lernen. Wir arbeiten mit der Projektmethode, d. h. Mädchen werden keine konsumierbaren Angebote vorgesetzt, sondern sie entscheiden und planen mit Anleitung der Gruppenleiterin selbst. Für uns ist dies alles eine Lebenseinstellung. Wir entscheiden uns bewusst für den Verband und die Gruppe, in der wir sind, und machen dies durch ein gegenseitiges Versprechen auch öffentlich.

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